Dennis Hopper by Folsom Tom

Dennis Hopper by Folsom Tom

Author:Folsom, Tom [Folsom, Tom]
Language: eng
Format: epub
Publisher: Blessing
Published: 2015-04-28T04:00:00+00:00


TEIL IV

DIE WÜSTE REISE

Abb. 8: Party nach den Academy Awards mit Jack Nicholson und Michelle Phillips

TAOS

»Ich komme aus Kansas«, sagte Hopper. »Alle meine Onkel und meine Großonkel bekamen einen Stetson, wenn sie es zu etwas gebracht hatten.«

Bei den Academy Awards 1970, kurz nach seiner Rückkehr aus Peru, hoffte Hopper, auf die Bühne springen und für Easy Rider einen Oscar für das beste Originaldrehbuch entgegennehmen zu können. Nominiert war er zusammen mit Terry Southern – und natürlich Fonda.

»Sie müssen wissen«, sagte Hopper einem Journalisten der New York Times, »ich habe Peter Fonda verklagt. Wir sind als gleichberechtigte Partner bei Easy Rider angetreten, und am Ende hatte er sieben Prozentpunkte mehr als ich. Sieben Punkte zu je 150 000 Dollar. Der Film hat 340 000 Dollar gekostet, und es kann sein, dass er das viertbeste Einspielergebnis aller Zeiten bringt. Allein in diesem Jahr hab ich anderthalb Millionen gemacht, wovon natürlich siebzig Prozent an die Regierung gehen. Das Ding ist nur, ich hab das Drehbuch in zwei Wochen geschrieben und dafür nie auch nur einen Penny gesehen. Damals war es mir egal. Peter sagte, wir könnten die finanziellen Einzelheiten später regeln.«

Nichts davon vermochte das Ansehen unseres Helden in den Augen von Peters Vater zu steigern. »Er ist völlig ausgeflippt«, reagierte Henry Fonda, ebenfalls gegenüber der Times. »Ständig so stoned, dass er keinen vernünftigen Gedanken fassen kann. Jeder, der darauf besteht, zur Verleihung des Academy Award seinen Cowboyhut zu tragen, und ihn dann hinterher beim Dinner nicht absetzt, sollte die Prügelstrafe bekommen. Und das dürfen Sie gerne so zitieren. Dennis Hopper ist ein Idiot! Und schreiben Sie den Namen richtig: D-e-n-n-i-s H-o-p-p-e-r!«

»Wir sind ein neuer Menschenschlag«, verkündete Hopper in Life über seine Generation. »Wir gehen mehr Freiheit ein und auch mehr Risiken. Spirituell sind wir die vielleicht kreativste Generation der letzten neunzehn Jahrhunderte. Ich finde, wir sind Heroen. Ich will Filme über uns machen.«

Zuerst musste er natürlich den Film fertigstellen, an dem er arbeitete. Bewaffnet mit zweiundvierzig Stunden ungeschnittenen Filmmaterials aus Peru, wollte er sein Vermögen in ein Anwesen stecken und dort The Last Movie schneiden. Ursprünglich hatte er in Erwägung gezogen, seine monatliche Easy-Rider-Rate von 100 000 Dollar zu verwenden, um Bing Crosbys Ranch in Elko, Nevada, zu kaufen.

»Die besten Einjährigen der Vereinigten Staaten kommen von dieser Ranch«, sagte Hopper.

Er entschied sich stattdessen für Taos, nachdem er das weitläufige dreistöckige und mit zweiundzwanzig Zimmern ausgestattete Adobe-Haus von Mabel Dodge Luhan betreten hatte, das zuvor im Besitz einer reichen Erbin und Kunstmäzenin gewesen war, die dort gewohnt und ihr Anwesen in Anlehnung an die Keramikhähne, die das Lehmziegeldach zierten, Los Gallos genannt hatte. Hinter dem Haus erstreckte sich ein breiter Streifen Indianerland mit einem rätselhaften großen Holzkreuz, das in der Erde steckte wie das Schwert eines Konquistadoren. Der dreiunddreißigjährige Hopper spürte, dass die »Vibrations« hier seine Stimmung trafen.

»Wenn Menschen dreiunddreißig werden, geschieht häufig was mit ihnen«, spekulierte Dennis’ Freund, Country& Western-Sänger Kris Kristofferson, der in Peru gewesen war, um in The Last Movie seine erste Filmrolle zu spielen. Dort schrieb er auch seinen Song, die biblische Ballade »The Pilgrim, Chapter 33«, über Hopper.



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