Burpo, Todd by Den Himmel gibt's echt

Burpo, Todd by Den Himmel gibt's echt

Author:Den Himmel gibt's echt
Format: epub


Himmlische Zeitrechnung

Drei Minuten?

Während Colton einen dramatischen Schwertkampf gegen einen unsichtbaren Feind in Szene setzte, wunderte ich mich über diese Antwort.

Dass sein Erlebnis glaubwürdig war, hatte er bereits bewiesen, denn er hatte mir Dinge erzählt, die er sonst nirgendwoher wissen konnte. Aber jetzt musste ich seine Antwort »drei Minuten« mit all seinen anderen Aussagen in Einklang bringen. Ich starrte auf meine Bibel, die offen auf dem Küchentisch lag, und dachte über die verschiedenen Möglichkeiten nach.

Drei Minuten. Es war nicht möglich, dass Colton alles, was er bisher beschrieben hatte, in nur drei Minuten gesehen und getan hatte. Natürlich war er noch nicht alt genug, um die Uhr lesen zu können, also war sein Empfinden von drei tatsächlichen Minuten nicht das gleiche wie das eines Erwachsenen. Und ich fürchte, Sonja und ich machten die Sache (wie die meisten Eltern) nicht besser, indem wir versprachen, wir würden »in fünf Minuten« aufhören zu telefonieren, das Gespräch mit dem Nachbarn im Garten beenden oder in der Garage fertig sein – und dann zwanzig Minuten später unser Versprechen wahr machen.

Außerdem war es möglich, dass die Zeit im Himmel nicht im gleichen Tempo wie auf der Erde verging. In der Bibel heißt es, dass bei Gott »ein Tag … wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag«.13 Manche interpretieren diese Aussage buchstäblich als Umrechnungsfaktor: zwei Tage = zweitausend Jahre. Ich hatte sie immer so verstanden, dass Gott außerhalb unserer Zeitrechnung handelt. Die Zeit auf der Erde wird von unserem Sonnensystem bestimmt. Doch die Bibel sagt, im Himmel gebe es keine Sonne, weil dort Gott das Licht sei. Vielleicht gibt es keine Zeit im Himmel. Zumindest nicht so, wie wir sie kennen.

Andererseits hatte Colton mir so selbstverständlich und nüchtern »Drei Minuten!« geantwortet, als wollte er mir mitteilen, dass er zum Frühstück Cornflakes gegessen habe. Was unsere Zeitrechnung betrifft, konnte er recht haben. Wenn er tatsächlich seinen Körper verlassen hatte und wieder zurückgekehrt war, konnte das nicht lange gedauert haben. Zumal nie davon die Rede war, dass Colton klinisch tot gewesen wäre. Tatsächlich stand im Operationsbericht, dass die Prognose für unseren Sohn zwar schlecht ausgesehen habe, die Operation jedoch ohne Probleme verlaufen sei:

Operationsbericht

Operationsdatum: 5. 3. 2003

Präoperative Diagnose: Akute Appendizitis

Postoperative Diagnose: Perforierte Appendizitis, Abszess

Eingriff: Appendektomie und Abszessdrainage

Chirurg: Dr. Timothy O’Holleran

Bericht: Die Lagerung des Patienten erfolgte in Rückenlage. Das Abdomen wurde unter Vollnarkose präpariert und steril abgedeckt. Im rechten unteren Quadranten erfolgte eine transversale Inzision in die Bauchhöhle durch alle Gewebsschichten … Beim Patienten wurde eine perforierte Appendix sowie ein Abszess festgestellt. Die Appendix wurde freipräpariert …



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