Sechs, Sieben, Cache! | Ein Hildesheim-Krimi by Sabine Hartmann

Sechs, Sieben, Cache! | Ein Hildesheim-Krimi by Sabine Hartmann

Author:Sabine Hartmann [Sabine Hartmann]
Language: deu
Format: epub
Tags: Hildesheim, ankündigen, Täter, abgetrennter Finger, Geocaching, Opfer, Mord, Caches
ISBN: 978-3-8271-9825-9
Publisher: CW Niemeyer Buchverlage GmbH
Published: 2012-10-14T10:34:08+00:00


34

Burgstemmen, Samstag, der 10.9.2011

„Mann, ich hatte mit meinem Samstagvormittag echt was Besseres vor.“

„Frau, wenn ich bitten darf. Nöl hier nicht rum. Guck lieber ein bisschen freundlicher, dann erzählen die Leute dir gleich einen Schwank aus ihrer Jugend.“ Lisa öffnete ein niedriges Gartentor und trat auf den gepflasterten Gehweg. Dieses Einfamilienhaus lag genau neben den Koordinaten, die Fitz und sie gestern Abend aus dem Cache am Schloss Marienburg geborgen hatten. Die Häuser auf der anderen Seite hatten sie bereits abgeklappert. Niemand wusste Genaueres. Samstagmorgen waren alle zu Hause. Alle. Nur in dem Haus, das an der richtigen Stelle stand, reagierte niemand auf ihr Klingeln. Rechts und links vom Weg zogen sich zwei schnurgerade Rabatten entlang. Dahinter begann ein sorgsam gepflegter Rasen, der bis zu den Hecken reichte, die das Grundstück auf beiden Seiten begrenzten. Lisa klingelte an einer Haustür mit Blumenkranz.

Markus maulte weiter. „Anstelle des Gemüses sollten die sich lieber einen Spion zulegen, damit sie gucken können, wer draußen steht, bevor sie die Tür aufreißen.“

„Guten Morgen“, rief Lisa, als eine ältere Dame im Kostüm öffnete.

„Ja, bitte“, sagte sie, während sie die beiden Kriminalpolizeibeamten aufmerksam musterte. Bevor Lisa etwas sage konnte, setzte sie fort: „Ich habe keine Enkel in Ihrem Alter, ich möchte weder eine Zeitung abonnieren, noch Kochtöpfe kaufen oder im Garten nach einer Wasserader suchen. Guten Tag.“ Sie wollte die Tür wieder schließen. Lisa überlegte gerade, wie sie die alte Dame aufhalten sollte. Die Beteuerung „wir wollen nichts verkaufen“ half bestimmt nicht.

Da sagte Markus: „Ihre Pompomdahlien haben Läuse.“

„Niemals, junger Mann!“, antwortete sie und schoss an ihnen vorbei den Vorgartenweg hinunter. Direkt hinter dem Zaun standen mehrere hohe Stauden mit lachsfarbenen Blüten.

Markus spazierte hinter ihr her. Seelenruhig.

Die Dame hatte die Hände in die Hüften gestemmt und betrachtete ihn. „Das ist unglaublich. Gestern waren da noch keine.“

„Meine Mutter nimmt grüne Seife. Einfach in Wasser auflösen und die Pflanzen einsprühen.“

„Grüne Seife, so so! Na ja, klingt ungiftig. Aber wissen Sie, das ist kein Wunder.“ Sie warf einen vielsagenden Blick zum Nachbargrundstück hinüber. „Es ist ja nicht so, dass das Unkraut nur auf dem eigenen Grundstück blüht.“ Sie trat noch einen Schritt näher an Markus heran. „Nachts, ich sage Ihnen, das stimmt, ich habe es selbst gesehen, nachts sammelt er Schnecken und wirft sie über die Hecke in meinen Garten. Glauben Sie nicht, dass ich mir das gefallen lasse. Ich nicht.“

„Frau Maurer“, sagte Markus, „Frau Maurer, wegen Ihres Nachbarn haben wir bei Ihnen geklingelt.“

„Ich nehme kein Päckchen für ihn an, und Nachnahme schon gar nicht. Wer weiß, wann der wieder auftaucht.“

„Ist er denn verschwunden?“

„Hören Sie, ich rede nicht mit Fremden über die Nachbarn.“

Gerade wollte Lisa erklären, dass sie Polizeibeamte seien, als Markus sagte: „Da wachsen ja Brennnesseln durch die Hecke. Blühen die etwa schon?“

Wieder wieselte die Dame vor ihm her, diesmal quer über den gepflegten Zierrasen bis zur Hecke. Dort bückte sie sich und schaute unter die Buchsbäume. „Die machen die Hecke kaputt, sehen Sie, wo die Brennnesseln wachsen, hat die Hecke kaum Blätter.“

„Warten Sie, ich mach das.“ Markus bückte sich ebenfalls und zog zwei lang aufgeschossene Brennnesseln aus dem Boden.



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