Frühstück bei Tiffany by Capote Truman

Frühstück bei Tiffany by Capote Truman

Author:Capote, Truman [Capote, Truman]
Language: eng
Format: epub
Published: 2012-07-07T12:11:09+00:00


Irgendwann im Februar war Holly auf Winterurlaub gegangen mit Rusty, Mag und Jose Ybarra-Jaeger. Unser Wortwechsel ereignete sich kurz nach ihrer Rückkehr. Sie war braun wie Jod, ihr Haar zu geisterhafter Farbe sonnengebleicht, sie hatte eine herrliche Zeit verlebt: «Also zuerst waren wir in Key West, und Rusty kriegte eine Wut auf ein paar Matrosen oder umgekehrt, jedenfalls wird er für den Rest seines Lebens eine Rückgratstütze tragen müssen. Die liebste Mag endete ebenfalls im Hospital. Hochgradiger Sonnenbrand. Abscheulich - lauter Blasen und Citronellaschmiere. Wir konnten den Geruch von ihr nicht mehr ertragen. Daher ließen wir die beiden im Krankenhaus und gingen nach Havanna. Er sagte, ich soll warten, bis ich Rio gesehen hätte, aber was mich betrifft, setze ich glatt schon heute auf Havanna. Wir hatten einen unwiderstehlichen Führer, in der Hauptsache Neger und der Rest Chinese, und obgleich ich weder auf die einen noch die andern sonderlich fliege, war die Kombination allerhand eindrucksvoll - also ließ ich ihn mit den Knien so unterm Tisch, weil ich ihn, offen gesagt, keineswegs alltäglich fand; dann aber nahm er uns eines Abends in einen Sensationsfilm mit, und was denken Sie? Da war er auf der Leinwand. Als wir zurück nach Key West kamen, war Mag selbstverständlich fest überzeugt, daß ich die ganze Zeit mit Jose im Bett gewesen wäre. Rusty nicht minder - aber ihm macht das nichts aus, der möchte dann nur die Einzelheiten hören. Tatsächlich war die Lage reichlich gespannt, bis ich mit Mag ein vertrauliches Gespräch unter vier Augen hatte.»

Wir waren im vorderen Zimmer, wo, obgleich es nun schon fast März war, der riesige Weihnachtsbaum, braun geworden und ohne Geruch, seine Ballons eingeschrumpelt wie die Zitzen einer alten Kuh, noch immer fast allen Raum beanspruchte. Ein erkennbares Möbelstück war dem Zimmer zugefügt: ein Feldbett, und Holly, die ihr tropisches Aussehen zu bewahren suchte, lag dort langausgestreckt unter einer Höhensonne.

«Und Sie haben sie überzeugt?»

«Daß ich nicht mit Jose geschlafen hätte? Mein Gott, ja. Ich habe ihr ganz einfach erzählt - aber natürlich habe ich es wie ein abgerungenes Geständnis klingen lassen -, einfach erzählt, daß ich schwul sei.»

50

«Das kann sie doch nicht geglaubt haben.»

«Als ob nicht! Wozu meinen Sie, ist sie losgegangen und hat dies Feldbett hier gekauft? Das können Sie mir schon lassen: ich bin immer große Klasse in Schockbehandlung. Seien Sie ein Herzchen, Herzchen, reiben Sie mir den Rücken mit 01 ein.» Während ich ihr diesen Dienst leistete, sagte sie-. «Ch. J. Berman ist zur Zeit in der Stadt, und passen Sie auf: ich habe ihm Ihre Geschichte in der Zeitschrift gegeben. Er war ganz beeindruckt. Er meint, daß es sich vielleicht lohne, Ihnen zu helfen. Aber er sagt, Sie seien auf der falschen Fährte. Neger und Kinder - wen kümmert das? »

«Mr. Berman nicht, vermutlicherweise.»

«Na, ich kann ihm nur recht geben. Ich habe die Geschichte zweimal gelesen. Gören und Nigger. Zitterndes Laub. Beschreibung. Es gibt keinen Sinn.»

Meine Hand, die Öl auf ihrer Haut verrieb, schien ihr eigenes Temperament zu haben - sie verlangte danach, sich aufzuheben und auf ihrem Hinterteil herunterzufallen.



Download



Copyright Disclaimer:
This site does not store any files on its server. We only index and link to content provided by other sites. Please contact the content providers to delete copyright contents if any and email us, we'll remove relevant links or contents immediately.